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5G – Wegbereiter der Holo-Kommunikation?

Das neue Netz ist da. In einigen deutschen Städten können Kunden des Mobilfunkanbieters Vodafone bereits superschnell surfen. Zumindest, sofern sie ein 5G-fähiges Smartphone samt 5G-Handytarif haben. Die meisten anderen müssen sich noch gedulden: Denn bis 5G in Deutschland flächendeckend zu haben sein wird, wird es mindestens noch ein, zwei Jahre dauern. Dennoch: Dies könnte der Anfang für etwas Großes sein.

Was kann 5G?

Was bislang etwa 6 Minuten Lebenszeit kostete, lässt sich mit 5G in weniger als 4 Sekunden erledigen. Nur so lange dauert nämlich im neuen Netz der Download eines Videos in Spielfilmlänge. Dabei ist 5G mit 10 GBit pro Sekunde nicht nur 100-mal schneller als LTE, sondern trumpft auch mit einer ultraschnellen Reaktionszeit von wenigen Millisekunden auf. In diesem Bereich nehmen Menschen Verzögerungen nicht mehr wahr, Datenübertragungen finden quasi in Echtzeit statt. Außerdem – der Handy-Akku wird’s danken – soll die Datenkommunikation auf den Highspeed-Frequenzen ganze 90 Prozent weniger Strom verbrauchen.

Aber 5G kann noch mehr! Weil es die tausendfache Kapazität seines Vorgängers hat, können viel mehr Nutzer, ob Mensch oder Maschine, daran angeschlossen werden. Zudem lässt sich das neue Netz für verschiedene Nutzergruppen an jedem Ort flexibel „aufteilen“, zum Beispiel nach dem unterschiedlichen Bedarf an Datenvolumen. Das ist vor allem für die Industrie spannend, da sich durch das sogenannte Network-Slicing Netzbereiche reservieren lassen, die eine schnellere und reibungslosere Machine-to-Machine-Kommunikation ermöglichen.

Die Vernetzung der Dinge

Was für den normalen Nutzer also vielleicht „nur“ wie ein schnelleres und zuverlässigeres Internet daherkommt, könnte für uns alle immense Auswirkungen haben. Ganze Fabriken, die fast ohne menschliches Zutun funktionieren, sind dabei nur ein Teil des Zukunftsszenarios.

Wenn nämlich auch alltägliche Dinge anfangen, miteinander in großem Stil zu kommunizieren, wird vieles in unserer Welt wie von Zauberhand funktionieren: In Smart Homes stimmt sich die Heizung von alleine mit der Fensterautomatik und der Klimaanlage ab. Kleidungstücke messen unsere Körperfunktionen und rufen bei Lebensgefahr den Rettungsdienst. Autonome Fahrzeuge fahren uns von A nach B, wobei Staus Geschichte sind. Straßenlaternen und Lichtreklamen in den Smart Cities schalten sich im Dunkeln erst ein, wenn sich Passanten nähern, und wieder ab, wenn diese weg sind. Und das ist nur der unmittelbar sichtbare Bereich.

In der Stadt der nicht-allzu-fernen Zukunft scannen hunderttausende Sensoren die Umgebung ab. Das Senden, Verarbeiten und Empfangen der Daten findet dabei in Echtzeit statt. Was dafür sorgt, dass schnell und automatisiert die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Ob in puncto Verkehrsteuerung, Energieverteilung, öffentliche Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Informations- und Serviceverfügbarkeit – die Smart City baut in vielen Bereichen auf die neue Mobilfunkgeneration auf.

Ein neues Zeitalter der Kommunikation

Es ist noch nicht so lange her, dass die Vorstellung, Alltagsgegenstände könnten auf die Umgebung reagieren und miteinander kommunizieren, um unsere Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen, reine Phantasie war. Mit 5G, welches das Internet der Dinge (IoT) erstmal in großem Ausmaß ermöglicht, ist sie in Begriff, Normalität zu werden. Aber der Mobilfunkstandard der fünften Generation könnte zudem die menschliche Kommunikation in einer Art und Weise verändern, wie wir es lange Zeit nur aus Zukunftsvisionen kannten.

Die Leistungsfähigkeit des neuen Netzes gibt auch Technologien wie AR, MR und VR Aufwind, die auf die schnelle Übertragung hoher Datenmengen angewiesen sind. Die Folge: Neben den üblichen visuellen Formaten Bild und Video, werden bald immer mehr Hologramme das Netz bevölkern. So sind nach Snapchat auch Internetgiganten wie Facebook und Google in die dritte Dimension vorgestoßen: Auf Facebook, und neuerdings Instagram, gibt es die Möglichkeit, AR-Effekte in Posts einzusetzen und Werbeanzeigen mit AR zu schalten. Google wiederum hat begonnen, Augmented-Reality-Inhalte fest in die Suche zu implementieren: Nutzer in den USA, die ein Tier googeln, können es sich jetzt zum Beispiel als animiertes 3D-Modell „in Lebensgröße“ auf dem Smartphone ansehen. Es ist zu erwarten, dass es nicht bei den Tierdarstellungen bleibt.

Hologramme könnten uns in Zukunft aber auch überall im Alltag begegnen. Produktverpackungen und Außenwerbung mit AR gibt es vereinzelt schon, mit 5G könnte theoretisch alles in der realen Welt mit virtuellen Inhalten angereichert werden. Als zusätzliche Information, zu Werbungszwecken oder ganz einfach zur Unterhaltung. – Damit alle Devices die virtuellen Objekte erkennen, werden diese in cloudbasierten 3D-Maps der physischen Welt verankert. Solche virtuellen Infrastrukturen werden bereits von Technologieunternehmen wie Space Technologies und 6D.ai gebaut.

Rony Abovitz, Gründer und CEO des US-amerikanischen Technologieunternehmens Magic Leap, träumt gar von einem „Magicverse“, in dem die gesamte physische Welt virtuelle „Schichten“ bekommt. Jede Schicht würde dabei einen anderen Schwerpunkt haben, zum Beispiel Gesundheit, Entertainment, Mobilität etc. Das würde unsere Kommunikation nicht nur stärker ins Digitale verlagern und bündeln, sondern auch qualitativ verändern. Dazu Abovitz im Magic Leap Blog:

“The Magicverse can provide massive economic amplifiers to communities around the world, erode space and time boundaries, and enable communication and work to occur in completely new ways, at fractions of the cost of current physical systems.”

Ganz unvorstellbar ist diese Vision mit der Einführung von 5G nicht mehr. Erst recht, wenn die technische Entwicklung von AR-Brillen und anderen AR-Devices voranschreitet. Oder wenn diese ganz überflüssig werden, weil AR-Projektoren gelernt haben, Hologramme direkt in der physischen Welt einzublenden. Fest steht, die virtuelle Evolution ist bereits im Gange. Die Chancen stehen also gut, dass die Zukunft der Holo-Kommunikation gehört.


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