XR-Kommunikation

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Bleiben Sie im Gespräch: Kommunikation & Präsenz in Zeiten von Corona

07. April 2020, Kevin Prösel

Ein Virus stellt die Welt auf den Kopf.Ganze Industrie- und Wirtschaftszweige stehen still, soziale Gepflogenheiten sind von einem Tag auf den anderen nicht mehr selbstverständlich, teilweise sogar bei Strafe verboten. Was uns noch vor wenigen Wochen normal vorkam, ist heute nicht mehr möglich. Was uns neulich noch unvorstellbar erschien, ist jetzt normal. Wir erleben eine kollektive Stunde Null, in der die Karten neu gemischt werden. Und das weltweit.

Wie gestaltet sich die Kommunikation
in der Zukunft?

Betroffen ist vor allem die Kommunikation. In der aktuellen Situation wird erst richtig deutlich, welch tragende Bedeutung sie für alle Bereiche unseres Lebens hat und wie immens sich Einschränkungen auswirken.

Und nach der Corona-Pandemie? Wird alles wieder so, wie es einmal war? Unwahrscheinlich. Eine Krise solch globalen Ausmaßes wird bei uns allen Spuren hinterlassen. Wir können davon ausgehen, dass der persönliche Kontakt zwischen Menschen noch lange vom kollektiven Virus-Trauma geprägt sein wird. Jetzt gilt es, krisensichere Kommunikationswege für die Zukunft zu finden und zu etablieren. Manche gibt es bereits und werden in der Krise auch fleißig genutzt.

Es ist die Zeit der digitalen Tools

Großeltern entdecken Zoom, um den Enkeln Geschichten vorzulesen, Stammtische finden sich per Facetime zusammen (realen Kater am nächsten Morgen garantiert), Bibliothekare lesen Kindern auf Facebook aus den Buchbeständen der öffentlichen Bibliotheken vor, Lehrer unterrichten ihre Schüler mit digitalen Classroom-Tools. Das sind alles Programme, die auch schon vor der Corona-Krise existierten, aber jetzt erst rücken sie in die kollektive Wahrnehmung – und erfahren ihren wahren sozialen Nutzwert.

Doch auch im Geschäftlichen und Beruflichen zeichnet sich ein Wandel ab. Charlie Fink, AR/VR-Evangelist und Forbes Kolumnist, bringt es auf den Punkt: „Say goodbye to handshakes, non-essential business travel […] and the old way of doing business. Say hello to remote work and virtual conferences.” – Digitale Kommunikation auf Hochtouren! Dementsprechend steigt die Nachfrage nach (alternativen) Remote-Kollaborationsplattformen.

Sind AR, VR und MR gerade im Aufwind?

Das Arbeiten im Mobile Office ist dabei, sich zu bewähren – und die XR-Technologien, die die neuen Formen der Zusammenarbeit unterstützen können, erfahren durch die Krise einen lange benötigten Push. So bieten sich Virtual- und Mixed-Reality-Konferenzen überall da als Lösungen an, wo eine „materialisiertere“ Form virtueller Präsenz gewünscht ist, die weit über das zweidimensionale Abbild in Videokonferenzen hinausgehen soll.

Große Konferenzveranstaltungen planen inzwischen sogar, im Falle weiterhin bestehender Kontakt- und Reiseverbote, komplett in einen virtuellen Modus zu springen. Allerdings, so beschreibt auch Fink die Lage, sind die VR-Plattformen (noch) in den Möglichkeiten der virtuellen Präsenz und im Umfang der realitätsgetreuen Immersion limitiert.

Anders sieht es im Bereich der Mixed Reality aus. Magic Leap und die HoloLens 2 erlauben sogar holographische Telepräsenz, die – mittels Plattformen wie zum Beispiel Spatial – sogar in kollaborativen Gruppen-Sessions ein komplett disruptives und realitätsnäheres Erlebnis als jede reine VR-Lösung bietet. Solche Lösungen sind dort denkbar, wo Arbeitsteams aufgrund von Reisebeschränkungen und Social-Distancing-Geboten nicht mehr zusammenkommen können. Flugreisen in andere Städte, um an einstündigen Meetings teilzunehmen, werden so überflüssig. – Die Umwelt dankt!

Die Marketingkommunikation
steht vor neuen Herausforderungen

Auch Marketers sehen sich aktuell vor viele Fragen gestellt: Wie bleibe ich mit meinen Kunden im Gespräch, wie erreiche ich sie in Zeiten von Quarantäne, Ausgangssperren und Kontaktverboten? Wie mache ich die Marken und Produkte meines Unternehmens erlebbar? Und wie kann ich die dringend gebotene Kundennähe vermitteln, ohne nah zu sein? Dabei wird es immer deutlicher, dass das digitale Standard-Marketing an seine Grenzen stößt.

Eine Antwort könnte Augmented Reality sein: Dank der aktuellen technologischen Entwicklungen im Bereich AR können Nutzer von überall und jederzeit in Markenwelten eintauchen, ohne sich vorher in Menschenschlangen zu stellen oder in vollen Räumen aufzuhalten. Produkte werden nicht mehr von zig Leuten angefasst, bevor ein Kauf stattfindet, sondern können von Interessierten ganz in Ruhe zu Hause, in holografischer Form entdeckt werden. Und das Beste dabei: Das alles funktioniert schon übers Web. Das heißt, theoretisch kann jeder ganz unkompliziert Zugang dazu haben.

Hinzu kommt, dass es für solche AR-Erlebnisse unendliche Möglichkeiten der Inszenierung gibt. Es gibt keine räumlichen Grenzen, keine Material- und Cateringkosten und keinen Bedarf an zusätzlichem Personal, das die Schar der Nutzer persönlich betreuen muss. Alles, was es braucht, sind kreative Ideen und eine gute technische Umsetzung.

So können konkrete Lösungen aussehen

Wie können Unternehmen in der Krise schnell alternative Kommunikations- und Darstellungsformen etablieren? Eine Möglichkeit sind AR- Showrooms, die die Nutzer einfach in Web-AR oder Social-AR starten können und in denen sie mit holografischen Avataren des jeweiligen Sales-Personals in Kontakt treten können. Eine mögliche Option zum Beispiel für Groß- und Einzelhändler, die aufgrund der momentanen Restriktionen keine Laufkundschaft mehr haben (dürfen).

Einfache Versionen von AR-Showrooms lassen sich bereits innerhalb weniger Tage umsetzen und die Funktionsweise ist simpel: Über ein Kommunikationsmittel wie etwa einen Post im Social Web kommen Nutzer in die AR-Experience auf ihrem Smartphone. Sie scannen dann zum Beispiel ihren Wohnzimmertisch oder die Auffahrt zur Garage und sehen dann genau dort den AR-Showroom. Darin können 3D-Hologramme beliebiger Produkte von allen Seiten betrachtet werden. Für Fashion-Brands könnte zusätzlich ein virtuelles Try-On in AR per Selfie-Kamera auf dem Smartphone interessant sein. Sogar eine Verlinkung in Online-Shops ist ohne Weiteres möglich.

Weitere Beispiele dafür, wie Mixed Reality, Virtual Reality und Augmented Reality neue Möglichkeiten für Inszenierungen und Erlebnisse schaffen, zeigte ich in meinem Vortrag auf der Spielwarenmesse 2020:

Über den Autor

Kevin Prösel ist seit 2008 kreativer Teil der SAINT ELMO'S Gruppe. Er hat die Ausrichtung der Berliner Dependance auf Content Marketing und Branded Entertainment maßgeblich mitverantwortet und in IPTV-Plattformen und Retail-Kommunikation im POS-Bereich für Automotive-Marken manifestiert. Seit 2016 hat er die Expertise der Agentur auf Experiential Content weiterentwickelt, um die Integration von Experiential Storytelling, Apps und Spaces voranzutreiben. Seine Vision ist es, digitale Szenographie für Marken und Produkte zu schaffen. 

E-Mail: k.proesel@saint-elmos.com

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