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Recap ITB 2019: digitale Trends für Anbieter im Tourismus

Insgesamt zwölf Experten von SAINT ELMO‘S Tourismusmarketing haben sich vom 4. bis 8. März auf der weltweit größten Reisemesse ITB umgesehen und auch dem vom 8. bis 10. März veranstalteten Berlin Travel Festival einen Besuch abgestattet. Ihre Erkenntnis: Der Reisemarkt wächst, wird mobiler und in Zukunft noch stärker vernetzt.

Um zu verdeutlichen, wie wichtig die Platzierung touristischer Produkte im Netz geworden ist, gleich zu Beginn ein paar beeindruckende Zahlen:

  • 63 Millionen Deutsche haben einen Internetzugang, 54 Millionen sind täglich online, das entspricht 66 % der Gesamtbevölkerung.
  • 75 % der in sozialen Netzwerken aktiven Deutschen nutzen WhatsApp, das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 10 %.
  • Die Nutzerhäufigkeit des Smartphones ist im letzten Jahr um 5 % gestiegen und liegt jetzt bei 75 %. Der Desktop-PC ist mit 46 % Nutzerhäufigkeit weit abgeschlagen, das Tablet verzeichnet gar nur 34 %. Sprachassistenten und Weareables liegen sogar unter 10 %.
  • Die Anzahl digital gebuchter Urlaubsreisen stieg im vergangenen Jahr um 10 %.
  • 39 % aller Hotelbuchungen erfolgen mittlerweile via Smartphone; Tourismus-Websites wurden deutlich häufiger mobil besucht, die Steigerungsrate betrug innerhalb eines Jahres 9 %.

 

Smartphone first: Inhalte und Angebote für die mobile Nutzung gestalten

Der zunehmenden Nutzung von Smartphones bei der Suche nach Urlaubsdestinationen müssen Tourismusanbieter verstärkt entgegenkommen: So gewinnen in Zukunft nutzerfreundliche und einfache Online-Buchungsmöglichkeiten, Mobile Payment sowie dialogische Nutzererlebnisse immer mehr an Bedeutung. Responsive Websites sind zudem kein Kann mehr, sondern ein Muss.


Trend 1: An der Ausrichtung touristischer Angebote auf die mobile Nutzung führt kein Weg mehr vorbei.

Linked Open Data: mehr Power in Verkauf und Kundenservice

Touristische Anbieter müssen nicht mehr jedes Mal das Rad neu erfinden, sondern können solide Informationen nutzen. Beispiel: Ein Anbieter von Ferienwohnungen möchte seinen Gästen online zeigen, welche Restaurants in seiner Nähe liegen. Anstatt mühsam Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten zu recherchieren und aktuell zu halten, kann der Anbieter auf die frei verfügbaren Daten von Restaurants zugreifen und diese in seinen Webauftritt einbinden. Für Nutzer bedeutet das, dass sie auf ihre Fragen stets aktuelle Antworten erhalten: gesperrte Skipisten, Lawinenwarnungen oder Detailbeschreibungen von Wanderwegen in einer Ferienregion – die Möglichkeiten sind vielfältig. Ein weiterer Vorteil: Auch kleinteilige Angebote, zum Beispiel Lifttickets, können einem breiten Publikum via Linked Open Data zur Verfügung gestellt werden.


Trend 2: Im Netz frei verfügbare Informationen führen zu höherer Angebotssicherheit für Gäste und weniger Arbeitsaufwand für Anbieter.

Influencer und Markenbotschafter: Kompetenz zählt

Das Thema „Influencer“ bleibt weiterhin sehr wichtig, allerdings unter veränderten Vorzeichen. Es geht nicht mehr um gekaufte „Fremd“-Influencer, die auf Medienkanälen touristische Produkte anpreisen, sondern um authentische Markenbotschafter wie Freunde, Einheimische und Peer Groups, die die touristischen Anbietern in ihre strategischen Überlegungen einbeziehen. Solche Influencer sind kompetenter und können besser auf Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt, Kultur und Mobilität am Urlaubsort eingehen, die bei den Gästen immer mehr in den Fokus rücken.

 
Trend 3: Influencer werden in Zukunft mehr Verantwortung tragen, authentisch kommunizieren müssen und einen nachweisbaren Bezug zu den beworbenen Produkten haben.

Soziale Netzwerke: Zielsichere und authentische Kommunikation ist Trumpf

Was für Influencer gilt, gilt in logischer Konsequenz auch für die sozialen Netzwerke. Die Wahl der relevanten Kanäle und eine authentische Kommunikation sind für jeden touristischen Anbieter immens wichtig, will man sich nicht à la Gießkannenprinzip im kommunikativen Einerlei verlieren. Eine genaue Analyse der eigenen Zielgruppen hilft Anbietern herauszufinden, welche Kanäle diese am meisten nutzen, und eine passende Kommunikationsstrategie zu entwickeln.


Gleichzeitig ist es für Anbieter wichtig zu berücksichtigen, dass Customer Journeys heute nicht mehr linear verlaufen. Das heißt, Interessierte sollten an unterschiedlichen Orten das für sie Richtige finden können. Zum Beispiel kann ein Produkt über einzelne Bausteine in verschiedenen Kontexten beworben werden. So kann eine Urlaubsdestination mit gezielten Angeboten für Sport- und Naturerlebnisse, kulturelle Highlights, Aktivitäten für die ganze Familie etc. auf sich aufmerksam machen.

Trend 4: Produktbausteine werden auf mehreren – von Anbietern individuell ausgewählten – Kanälen gestreut, um verschiedene Gästetypen anzusprechen.

Millennials: neue Reisende und neue Arten des Reisens

Die Generation Y wird ihrer Bezeichnung auch beim Thema Reisen gerecht: Die Frage „why?“ wird bei der Suche nach Destinationen und – NEU! – Urlaubserlebnissen gestellt. Es geht nicht mehr um Infrastrukturschlachten (mehr Skilifte, mehr Pistenkilometer) sondern um ehrliche, authentische und außergewöhnliche Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Für den Alpenraum beispielsweise bedeutet dies: Bei den Urlaubsthemen Natur, Kultur und Sport können einzigartige und individuelle Erlebnisse angeboten werden, die die Attraktivität für junge Reisende steigern.

Trend 5: Was für Millennials zählt, sind authentische, nachhaltige und einzigartige Urlaubserlebnisse.

Auf den Punkt gebracht: Authentizität, Nachhaltigkeit, vernetztes Anbieten und mobile Trends sind DIE Themen der Zukunft für touristische Anbieter wie Hotels, Ferienregionen oder Bergbahnen.
 
Quellennachweis: Zahlen, Daten und Fakten zum Nutzerverhalten entnommen aus: Der digitale Reisemarkt in Deutschland 2019. netzvitamine Infografik zur ITB Berlin, https://www.netzvitamine.de/blog/digitaler-reisemarkt-2019.html

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